
Die Kindheit, das Zuhause in einer siebenköpfigen Lehrerfamilie haben ihn entscheidend geprägt. Johannes Prinz, 1958 in Wolfsberg (Kärnten) geboren, kam früh mit der Musik in Berührung, schon weil sich sein Vater als Musikpädagoge und Komponist tagtäglich mit ihr beschäftigte. Doch wesentlich für den Heranwachsenden war zunächst nicht die musikalische Spezialausbildung, sondern das Musische im umfassenden Sinn – ein Ansatz, der für Johannes Prinz von grundlegender Bedeutung geblieben ist und heute seine eigene künstlerische und pädagogische Arbeit prägt.
Im Alter von neun Jahren wurde er Mitglied er Wiener Sängerknaben, unternahm als Sopransolist dieses Chores internationale Tourneen und fand in Ferdinand Grossmann einen wichtigen Lehrer, der seinen weiteren Weg ebenso bestimmt hat wie Erwin Ortner, bei dem er privat Chorleitung studierte.
Seine akademische Ausbildung absolvierte Johannes Prinz an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien. Er schloß hier die Studien der Musik- und Instrumentalmusikerziehung und die Ausbildung zum Gesangslehrer mit Auszeichnung ab. Zusätzlich studierte er hier Dirigieren bei Karl Österreicher.
Als Sänger arbeitete er im Arnold Schoenberg Chor und im ORF-Chor weiter eng mit Erwin Ortner zusammen. Nach einer Tätigkeit Chorleiter-Assistent des Arnold Schoenberg Chores übernahm Johannes Prinz 1982 erstmals die künstlerische Leitung eines „eigenen“ Chores. Mit dem neu gegründeten Chor der Wiener Wirtschaftsuniversität – kurz „W.U. Chor“ genannt – schuf er ein Vokalensemble, das in kurzer Zeit international bekannt und bei hochrangigen Wettbewerben mit Ersten Preisen ausgezeichnet wurde. Zehn Jahre lang leitete Prinz diesen Chor, dessen Tourneen bis nach Australien und Fernost führten.
1988 übernahm er zusätzlich die Leitung des Kammerchores der Wiener Musikuniversität, mit dem er ebenfalls zehn Jahre erfolgreich zusammenarbeitete und 1995 den Ersten Preis des Internationalen Kammerchor-Wettbewerbs in Marktoberdorf (Deutschland) gewann. Von 1995 bis 2007 war Johannes Prinz künstlerischer Leiter des Wiener Kammerchores.
Die Gesellschaft der Musikfreunde in Wien verpflichtete ihn 1991 als Chordirektor des Wiener Singvereins. Unter der Leitung von Johannes Prinz hat der Chor sein Renommee als einer der international herausragenden Konzertchöre neu gefestigt: Konzertprojekte mit führenden Orchestern unter den weltbesten Dirigenten zeigen dies ebenso wie Einladungen zu Festivals, internationale Tourneen und Auszeichnungen für Schallplattenaufnahmen – wie zuletzt der „Grammy Award“, mit dem eine Einspielung von Mahlers Dritter Symphonie unter Pierre Boulez mit den Wiener Philharmonikern und dem Damenchor des Wiener Singvereins prämiert wurde.
Als Gast übernahm Johannes Prinz u. a. beim Bayerischen Rundfunkchor die Choreinstudierung für ein Konzertprojekt mit Riccardo Muti. 1998 leitete er den Europäischen Jugendchor und 2003 (zusammen mit Maria Guinand/Venezuela) den World-Youth-Choir. Weiters leitete er als Gastdirigent Chöre in Belgien, Deutschland, Dänemark, der Schweiz, Singapur und Litauen.
Hand in Hand mit der künstlerischen Arbeit entfaltete Johannes Prinz auch seine pädagogische Tätigkeit. Zehn Jahre lang leitete er die von ihm gegründete „Vokalwoche“ in Wolfsberg. Er ist gefragter Dozent bei internationalen und nationalen Chorleiter-Kursen. 1985 erhielt Johannes Prinz einen Lehrauftrag an der Wiener Musikuniversität. Im Jahr 2000 wurde er als Universitätsprofessor für Chorleitung an die Kunstuniversität Graz berufen.
In den vergangenen Jahren profilierte sich Johannes Prinz auch vermehrt als Dirigent, wobei Chor-Orchester-Werke (darunter Haydns „Schöpfung“, Bruckners d-Moll-Messe und Te Deum, Bachs „Johannespassion“, Mendelssohns „Elias“ und neue Werke von Arvo Pärt, Wolfram Wagner und Wolfgang Sauseng) ebenso auf dem Programm standen wie symphonische Musik. Er arbeitete dabei mit den Wiener Symphonikern, dem RSO Wien, dem Bruckner Orchester Linz, der Capella Istropolitana, der Capella Leopoldina, der Österreichisch-Ungarischen Haydnphilharmonie, dem Wiener Concert-Verein und dem Wiener Kammerorchester zusammen.