Bernstein und Brahms in Köln
Vom Sonnschein in Wien ging es zu früher Stund am 8. Oktober nach Köln, umgemeinsam mit dem Gürzenich Orchester Köln das Sinfoniekonzert „Zum Licht“ aufzuführen. Dort erwartete uns nicht nur Wind und Regen, sondern auch die Nachricht, dass Andres Orozco-Estrada die Leitung der drei geplanten Konzerte kurzfristig absagen musste. Am gleichen Abend durften wir aber die erste Probe mit seiner Assistenzdirigentin Juya Shin verbringen, die uns meisterhaft durch die Proben und drei Konzerte geführt hat. Am Programm für uns standen Johannes Brahms „Schicksalslied“ (op. 54) sowie Leonard Bersteins „Chichester Psalms“ die wir in den Wochen davor in Wien einstudiert hatten. Besonders hervorzuheben sind auch die vier Solist*innen aus dem Singverein (Nutsa Tsimakuridze - Sopran, Fiorentina Harasko - Alt, Wolfgang Adler - Tenor, Julian Katerl - Bass) sowie der Solist des Tölzer Knabenchores, die uns mit ihren Stimmen verzückt haben. Das Gürzenich-Orchester beendete das Konzert mit Johannes Brahms Sinfonie Nr. 1 in c-Moll (op. 68), die wir teils in der Generalprobe, teils im Konzert genießen durften. Die drei Konzerte liefen tadellos ab, und neben einer Tonaufnahme am Montag für den Rundfunk, wurde das Konzert am Dienstag auf dem YouTube Kanal des Gürzenich-Orchester Kölns gestreamt, und steht jederzeit zum Anhören zur Verfügung. Neben täglichen Proben in der Kölner Philharmonie (samt Einsingen am Teppichboden in der Eingangshalle, was zugegeben sein eigenes Flair hat) wurde uns auch genug Zeit teil, um Köln unsicher zu machen (besser gesagt: um nach zu vielen Runden Kölsch, etwas schief, diverse Lieder anzustimmen). Das Wetter war uns gegen Ende unserer Reise doch mehr hold, sodass sich viele nach dem erfolgreichen ersten Konzert am Sonntagvormittag, einen genüsslichen Spaziergang entlang des Rheinufers gönnten. Auch die Sehenswürdigkeiten Kölns (sowie Aachens, dank eines kurzen Tagesausfluges) blieben nicht vor dem Wiener Singverein sicher. Der Dom war nicht nur aufgrund seiner Bedeutung für Köln ein offensichtliches Ziel, sondern war auch täglich in unserer Reise vom Hotel zur Philharmonie unübersehbar. Auch das Schokoladenmuseum war für die eine oder andere Naschkatze unabdingbar (natürlich inklusive Kostproben). Am Mittwoch, nach drei erfolgreichen Konzerten, ging es in ähnlicher Manier (wieder früh-morgens) zurück nach Wien. Wir bedanken uns sehr herzlich für die Gastfreundschaft in Köln, wünschen Andres Orozco-Estrada alles Gute, und hoffen auf ein baldiges Wiedersehen mit dem Gürzenich-Orchester und Juya Shin.(Valerie Aigner)